Zum 70. Geburtstag der »Blätter« in diesem Jahr verstärken wir unseren Herausgeberkreis mit neuen Köpfen. An dieser Stelle freuen wir uns sehr, die acht neuen Herausgeberinnen und Herausgeber vorstellen zu dürfen.
Startseite der »Blätter«
Kitareform: Papierkram statt Zuwendung
Schon als das PISA 2001 die ersten Ergebnisse seiner internationalen Vergleichsstudie veröffentlichte, löste das große Sorgen über das deutsche Bildungsniveau aus. Gleichzeitig setzte sich die Vorstellung fest, Bildung lasse sich vor allem durch Messbarkeit, Vergleichbarkeit und Steuerung verbessern.
Aktuelle Ausgabe September 2026
In der September-Ausgabe erläutert Sighard Neckel, warum sich nicht allein das Klima, sondern unsere kapitalistische Gesellschaftsordnung in einer fundamentalen Krise befindet. 25 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 bilanziert Ronald Ofteringer die Folgen des »War on Terror« und zeigt, dass dessen Instrumente heute weiter angewendet werden – im Rahmen einer neuen imperialen Sicherheitskultur. René Wildangel macht die deutsche Regierung mitverantwortlich für Israels Weg in die internationale Isolation und fordert ein Ende der deutschen Toleranz gegenüber Netanjahus völkerrechtswidriger Politik. Ferdinand Muggenthaler erläutert, warum die globale Regulierung einer zunehmend autonom agierenden Künstlichen Intelligenz nötig ist. Philipp Humm wiederum fragt, inwiefern KI die Lohnarbeit an ihr historisches Ende führen wird – mit möglicherweise weitreichenden Folgen für die Demokratie. Jan-Peter Olters zeigt, wie die extreme Rechte wirtschaftliche Unsicherheit in identitäre Loyalität verwandelt – und die materiellen Interessen ihrer Kernwählerschaft verrät. Maristella Svampa skizziert, wie sich Argentinien unter Javier Milei zum Modell für einen neuen »Technofaschismus« entwickelt. Und Olga Bubich blickt nach Belarus, wo das Lukaschenko-Regime mit Buchverboten nicht nur die intellektuelle Elite des Landes erstickt, sondern auch eine ganze Gesellschaft der Unwissenheit preisgibt.
Republik Moldau: Verwundbar zwischen Ost und West
Oberflächlich betrachtet, läuft für Moldau derzeit vieles in die richtige Richtung. Das kleine Land zwischen Rumänien und der Ukraine genießt eine Aufmerksamkeit, die ihm über Jahrzehnte verwehrt geblieben ist.
Transnistrien: Die Republik von Moskaus Gnaden
Auf Karten zum aktuellen Kriegsverlauf in der Ukraine, etwa des Open-Source-Projekts »DeepStateMap.Live«, ist ein dünner Streifen am rechten Rand der Republik Moldau an der Grenze zur Ukraine rot eingefärbt – so wie die von Russland besetzten Gebiete im Süden und Osten der Ukraine.
Russlands gefährliche Schwäche
Immer stärker setzt die Ukraine mit ihren Drohnenangriffen Russland unter Druck. Die Folgen des von Moskau entfachten Krieges sind nun auch im russischen Alltag spürbar. Zugleich kommt die Invasionsarmee trotz beispielloser Verluste kaum voran.
KI-Agenten außer Kontrolle
KI verändert zunehmend unsere Kommunikation, die Wirtschaft und die Geopolitik. Die jüngsten Meldungen über ausgebrochene KI-Agenten zeigen: Es wächst das Risiko, dass die KI selbst außer Kontrolle gerät.
Fortschrittsfalle KI
Unbemerkt von den meisten verschiebt sich die Macht vom Menschen zur Maschine. Erste Studien bezeugen: Der Mensch wird dümmer durch KI. Je mehr er sie als Hilfsmittel nutzt, umso geringer seine kognitive Aktivität und schließlich seine Fähigkeit zum kritischen Denken.
KI als das Ende der Lohnarbeit?
Moderne Künstliche Intelligenz verwirklicht das, was Marx General Intellect nannte. Mit ihr lässt sich die Produktion potenziell ohne menschliche Arbeit steigern. Damit verliert die Erwerbsarbeit ihre Fähigkeit, gesellschaftliche Integration und Teilhabe herzustellen.
In den Medien
Dokumente
»Ein einzelner Tag mit einer Tageshöchsttemperatur ab 30°C verursacht direkte betriebswirtschaftliche Kosten von rund 431 Mio. Euro«
Studie von Greenpeace, 24.8.2026
»Zunehmend heiße, trockene und windige Bedingungen führen zu einer Zunahme der Brandaktivität in ganz Europa«
Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 20.08.2026
»Die Entscheidung der israelischen Regierung, das E1-Siedlungsprojekt voranzutreiben, ist inakzeptabel«
Gemeinsame Erklärung Deutschlands und anderer Länder, 20.8.2026 (engl. Original)
»Der weltweite Absatz von elektrischen LKW und Bussen hat sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt«
Studie vom ICCT, 19.8.2026 (engl. Original)
»Wir brauchen eine Bundesregierung, die aus ihrem fossilen Traum aufwacht«
Forderungen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, 14.8.2026
Zurückgeblättert
Vor 20 Jahren, am 11. September 2006, starb der konservative Publizist und Habermas-Kontrahent Joachim C. Fest, der am 8. Dezember 1926 in Berlin geboren wurde und mit 37 Jahren zu einem seiner Liebhaberthemen in dieser Zeitschrift publizierte: Die technizistische Amoral. Das Bild Albert Speers.
Edition Blätter
Jetzt in zweiter, aktualisierter Auflage!
Ein historischer Untoter ist zurück. Heute reicht es nicht mehr, vor dem erstarkten Rechtspopulismus zu warnen. Vielmehr droht eine viel größere Gefahr: die Wiederkehr des Faschismus in modernisierter Form. Trump, Putin, Höcke und andere Autoritäre verbindet bei allen Unterschieden eins: der radikale Angriff auf die Demokratie. Das vorliegende Buch analysiert den globalen Rechtsruck und fragt nach Gegenstrategien.
Mit Beiträgen von Seyla Benhabib, Micha Brumlik, Norbert Frei, Oskar Negt, Ágnes Heller, Jürgen Habermas, Paul Mason, Arundhati Roy, Luiz Ruffato, Irina Scherbakowa, Quinn Slobodian, Rebecca Solnit, Timothy Snyder und vielen anderen.