Artikel zum Thema Nationalsozialismus | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Artikel zum Thema Nationalsozialismus

Opfer Österreich

Erinnerungspolitik von Waldheim bis Haider

von Cornelius Lehnguth (5/2006)

Gerade erst ist das österreichische Jubiläums-Jubel-Gedenkjahr 2005 – 60 Jahre Zweite Republik, 50 Jahre Staatsvertrag, 10 Jahre EU-Mitgliedschaft – zu Ende gegangen, da kündigt sich bereits ein anderes Jubiläum ganz eigener Art an, welches das offizielle Österreich voraussichtlich weniger frenetisch- patriotisch begehen wird. […]

Die Opfer der Volkshygiene

von Rolf Surmann (2/2006)

Überraschend hat der Nationale Ethikrat im Dezember 2005 in einer Erklärung zum nationalsozialistischen Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (Erbgesundheitsgesetz) angeregt, dass der Bundestag „sein Urteil über die aufgrund des Gesetzes getroffenen Maßnahmen auf das Gesetz selbst und zugleich auf jegliche Regelungen solcher Art erstreckt“.1 Mit diese […]

Nürnberg 1945/46

Von der Harmlosigkeit des Gedenkens

von Gerhard Stuby (1/2006)

Vergleicht man den „Lärm“ um andere Jubiläumstage des Zweiten Weltkrieges (D-Day oder 8. Mai), so war es um „Nürnberg“ verhältnismäßig still. Das allerdings kann nur bedingt verwundern. […]

Politik des Schlussstrichs

Eine Bilanz der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft

von Anja Hense (1/2006)

Zum Jahresende werden die sieben Partnerorganisationen der im August 2000 gegründeten Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ ihre Auszahlungen an die ehemaligen Zwangsarbeiter und andere Verfolgte des NS-Regimes weitgehend beendet haben. […]

Demokratie und Justiz in nationalstaatlicher und europäischer Perspektive

Zur Verteidigung der Verfassungsprinzipien des alten Europa (III)

von Ingeborg Maus (8/2005)

Das bisherige Ergebnis, dass – allen landläufigen Missverständnissen zum Trotz – jede starke, vor allem die auf Volkssouveränität basierte Demokratie ohne rechtsstaatliche Gewaltenteilung nicht realisiert werden kann, erfordert eine Analyse des aktuellen Stellenwerts der Justiz im Gewaltenteilungssystem. […]

Die Zäsur von Potsdam

1945 als Ende einer völkerrechtlichen Epoche

von Norman Paech (7/2005)

Es ist immer wieder dieser Gedenktag des 8. Mai, der den Blick zurück zwingt auf historische Ereignisse, die man im kollektiven Gedächtnis bereits begraben wissen möchte und die viele auch mit ihren Ritualen im Grab konserviert und verstaut sehen wollen. […]

Barbarei aus Gefälligkeit?

(Streitgespräch)

von Goetz Aly, Hans Mommsen, Hans-Ulrich Wehler und Micha Brumlik (7/2005)

Arning: Die geschichtspolitischen Debatten im Jahr der 60. Wiederkehr des Endes des Nationalsozialismus werden maßgeblich durch das neue Buch von Götz Aly, "Hitlers Volksstaat – Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus" geprägt. […]

Das Denkmal entzieht sich der Frage nach dem Warum

Rede von Paul Spiegel anlässlich der Einweihung des Denkmals für die ermordeten Juden Europas vom 10. Mai 2005 (Wortlaut)

Dokumente zum Zeitgeschehen (6/2005)

Als die Alliierten 1945 die Konzentrations- und Vernichtungslager befreiten, glaubten viele Überlebende, mit dem Ende des Holocaust sei die Geißel des Antisemitismus überwunden. Heute, 60 Jahre später, bekennt sich der Nobelpreisträger und Buchenwald-Überlebende Elie Wiesel voller Sorge zu seiner damaligen Naivität: […]

Holocaust transnational

Zur Institutionalisierung des Holocaust-Gedenkens

von Jens Kroh (6/2005)

Moskau, 9. Mai 2005: Wladimir Putin, George W. Bush, Jacques Chirac, Junichiro Koizumi und Gerhard Schröder sind nur einige der rund 50 anwesenden Staats- und Regierungschefs. Zum ersten Mal begehen Sieger und Besiegte von 1945 den Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus gemeinsam. […]

Niederlage, Befreiung oder Sieg

Der 8. Mai im Spiegel seiner Jubiläen

von Gerd Wiegel (5/2005)

Der Umgang mit dem 8. Mai spiegelt die geistige Verfassung der Bundesrepublik wie ansonsten wohl nur jener mit dem 9. November. Bereits zum ersten, kleinen Jubiläum, nämlich 1950, wurde seitens der ersten Bundesregierung erwogen, den 8. Mai zu einem Gedenktag der Bundesrepublik zu machen. […]

Holocaust und Vertreibung

Das ambivalente Gedenken der Kriegskindergeneration

von Micha Brumlik (5/2005)

Der dem Rechtsradikalismus zuneigende Historiker Ernst Nolte beklagte vor gut 20 Jahren, dass die nationalsozialistische Vergangenheit nicht vergehen wolle. Daran war so viel richtig, als historische Vergangenheiten nur so weit präsent und lebendig sind, wie es Menschen gibt, die sich ihrer erinnern wollen. […]

Im Krebsgang voran!

von Robert Scholl (4/2005)

Die Neuverfilmung der Geschichte der Weißen Rose ("Sophie Scholl – die letzten Tage") ruft die an der Universität München aktive studentische Widerstandsgruppe um die Geschwister Scholl erneut ins öffentliche Gedächtnis. […]

1945 und wir

Wie aus Tätern Opfer werden

von Norbert Frei (3/2005)

Am 21. Januar verlassen die sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten bei der Schweigeminute "für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft" demonstrativ geschlossen den Plenarsaal. In der anschließenden, auf Antrag der NPD-Fraktion zustande gekommenen aktuellen Stunde zum 60. […]

Der Auschwitz-Prozess und seine Lehren

von Georg Groeninger (1/2005)

Mit allzu großer Verzögerung sind die Prozesse zur Aburteilung der NS-Verbrechen in Gang gekommen. […]

Erst kam der Krieg, dann die Vertreibung

Den Vergesslichen ins Stammbuch

von Kurt Nelhiebel (12/2004)

In der Einleitung zu einem Funkessay über die komplizierten Abläufe des europäischen Agrarmarktes habe ich einst gesagt, mit der europäischen Agrarpolitik verhalte es sich wie mit der Relativitätstheorie: Jeder habe schon von ihr gehört, aber keiner verstehe sie. […]

Der Nationalsozialismus in transnationaler Perspektive

von Kiran Klaus Patel (9/2004)

2004 hat sich in Deutschland und in Europa eine Tendenz fortgesetzt, die bereits seit einiger Zeit zu beobachten war: der Trend zur Europäisierung des öffentlichen Gedenkens an die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und damit an eine Vergangenheit, für die radikale Ideologien, zwei Weltkriege, Massenmord und Vertreibung die Leitmotive bilden. […]

So war das mit Herrn Oberländer

Hintergründe einer denkwürdigen Affäre

von Kurt Nelhiebel (9/2004)

"Es fing damit an", schrieb die liberale Schweizer Zeitung "Der Bund" am 18. […]

Holubs Welt

Über Böhmacken, Sozis und den bösen Herrn Masaryk

von Conrad Taler (6/2004)

"Bei der Schriftstellerei tut jeder nicht das, was er will, sondern das, was er kann, und zwar, insoweit es ihm gelingt. […]

Im Hause des Henkers

Fritz Bauer und die Selbstaufklärung der Republik

von Micha Brumlik (4/2004)

Vor vierzig Jahren, von der Eröffnung am 20. Dezember 1963 bis zur Verkündung der Urteile am 19. und 20. August 1965, fand in Frankfurt am Main der erste Auschwitzprozess statt. Treibende Kraft hinter dem Verfahren war der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Das nach ihm benannte Fritz Bauer Institut eröffnete am 27. März d.J. […]

Doppelte Vergangenheit - halbierte Verantwortung

Antrag der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Gedenkpolitik vom 4. November 2003 (Wortlaut)

Dokumente zum Zeitgeschehen (3/2004)

Eigentlich wollte die Unionsfraktion den Deutschen Bundestag am 30. […]

Konstruierte Geschichte

von Rolf Surmann (3/2004)

Die Bundestagsfraktion von CDU und CSU hatte sich etwas vorgenommen. Am symbolträchtigen 30. Januar wollte sie im Bundestag über ein Gesamtkonzept zur "Förderung von Gedenkstätten zur Diktaturgeschichte in Deutschland" 1 diskutieren. […]

Mutmaßungen über Tätervölker -- Der Fall Martin Hohmann

Gerechtigkeit für Deutschland. Rede des CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann zum Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober 2003 (Wortlaut)

Dokumente zum Zeitgeschehen (1/2004)

Die Rede des CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann, gehalten am 3. Oktober 2003 vor 160 Zuhörern in Neuhof bei Fulda, anschließend auf der Internet-Seite der CDU Neuhof präsentiert und nur zufällig an die breite Öffentlichkeit gelangt, führte über Wochen zu heftigen Kontroversen (vgl. Albrecht von Lucke, Deutsches Lehrstück, S. 9-12). […]

Degussa: Werben mit Auschwitz

von Otto Köhler (1/2004)

Wer auf die rettende Idee kam, lässt sich wohl kaum noch ermitteln. Aber alles sieht so aus, als wäre es unser höchster Volksvertreter Wolfgang Thierse selbst gewesen, der am 29. Oktober im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Degussa AG, Professor Utz-Hellmuth Felcht, das erlösende Wort fand. "Konstruktives Gespräch zwischen Wolfgang Thierse und Prof. […]

Nationalbewusstsein als schwache Identität

von Gregor Reichelt (11/2003)

Politisch unverdächtig lässt sich in Deutschland über nationale Identität sprechen, indem man ideologiekritisch die divergierenden Interessen hinter dem Anschein des Gemeinsamen entlarvt oder im Hinblick auf den Holocaust das Bewusstsein einer negativen Täter-Identität wachhält. […]

Verdrängtes NS-Gedenken

von Rolf Surmann (7/2003)

Jena steht vor einem großen Ereignis. "Das erste Denkmal für die Opfer der SED-Diktatur" soll dort aufgestellt werden. […]

Schlussstrich-Politik

von Rolf Surmann (1/2003)

Die Zeit der materiellen Leistungen sei vorbei, eine moralische Verantwortung aber bleibe bestehen. In diese Worte fasste Graf Lambsdorff, Beauftragter der Bundesregierung bei den Verhandlungen über das Abkommen für NS Zwangsarbeiterinnen und NS-Zwangsarbeiter, bei der Verabschiedung des Stiftungsgesetzes den künftigen Kurs in Entschädigungsfragen. […]

Das wunderbare Überleben

von Günter Giesenfeld (12/2002)

1939: Die deutschen Truppen erreichen die polnische Hauptstadt Warschau. Der Pianist Wladyslaw Szpilman spielt gerade im Rundfunkstudio, als eine Bombe das Haus trifft. Am Beispiel dessen gut situierter Familie entfaltet Roman Polanski die unmenschliche Logik des Holocaust. […]

Nazi-Deutschland von innen und außen gesehen

Über Sebastian Haffners publizistisches Wirken

von Volker Ullrich (7/2002)

Einem größeren Publikum wurde Sebastian Haffner seit den späten 50er Jahren bekannt als gern gesehener Gast in Werner Höfers sonntäglicher Sendung "Der Internationale Frühschoppen" mit "sechs Journalisten aus fünf Ländern". […]

Halbherzige Rehabilitierung

von Rolf Surmann (4/2002)

Ende Februar legten die Bundestagsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen einen Gesetzentwurf vor (Drucksache 14/8276), der das 1998 verabschiedete Gesetz zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile ergänzen soll. […]

Abgegoltene Schuld?

Das Erbe der Schlußstrich-Politik

von Rolf Surmann (1/2002)

Mit der Bundesstiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft ist eine Einrichtung geschaffen worden, die alle noch erhobenen Entschädigungsforderungen von NS-Verfolgten abgelten soll. Eine finanzielle Nachschußverpflichtung, sofern das Geld für die vorgesehenen Zwecke nicht reicht, wird explizit abgelehnt. […]

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