Artikel zum Thema Geschichte | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Artikel zum Thema Geschichte

Mehr Vergangenheit wagen

von Bernd Greiner und Bernd Rother (11/2019)

In der Oktober-Ausgabe der »Blätter« optierte Herfried Münkler mit »Mehr Osten wagen« für eine geopolitische Kehrtwende der deutschen Außenpolitik. Mit einem Plädoyer für die Entspannungspolitik der Ära Brandt/Kreisky/Palme setzen Bernd Greiner und Bernd Rother die Debatte fort. […]

30 Jahre 1989: Die doppeldeutige Revolution

von Jens Reich (11/2019)

Für die politischen Ereignisse, die im Herbst 1989 ihren Anfang nahmen und nach einem turbulenten Jahr am 3. Oktober 1990 mit dem Beitritt zur Bundesrepublik das Ende der DDR besiegelten, haben sich in der kollektiven Wahrnehmung zwei konkurrierende Bezeichnungen und ein weltweit anerkanntes Ereignis von symbolischer Wirkung festgesetzt. […]

Stachel im Fleisch

Die Habermas-Rezeption in der DDR

von Hans-Peter Krüger (11/2019)

Bei der Untersuchung der Rezeption von westdeutschen Autorinnen und Autoren in der DDR muss man grundsätzlich zwischen den offiziell gedruckten Stellungnahmen und der mündlichen Überlieferung stattgefundener Diskussionen unterscheiden. […]

Kühle erfrischende Trauer

von Hans-Dieter Schütt (11/2019)

Früh schon hieß es unter Kritikern, der Dichter Günter Kunert sei den Raben verwandt. Diesen sehr einzelnen Wesen, die bei erfahrenen Hexen, weisen Göttinnen und exzellenten Zauberern wohnen. Nachricht bringen sie vom Wesen der Dinge, unbekümmert über Bitterkeit oder Erfreulichkeit ihrer jeweiligen Kunde. […]

Wut schlägt Scham

Das »Wir sind das Volk« der AfD als nachgeholter Widerstand

von Annette Simon (10/2019)

Es ist eine erstaunliche Koinzidenz: Während die AfD mit „Vollende die Wende“ nicht „nur“ die friedliche Revolution für sich reklamiert, sondern mit der Revolutionsparole „Wir sind das Volk“ zugleich behauptet, für die gesamte DDR-Bevölkerung zu sprechen, versucht – stellvertretend für viele ähnlich agierende Medien – […]

Die unheimliche Macht der Exekutive

von Rolf Lamprecht (10/2019)

Passend zu den Jubiläumsfeiern des Grundgesetzes ist soeben ein höchst aufklärerisches Buch des jungen Zeithistorikers Martin Diebel erschienen – mit der besorgniserregenden Erkenntnis, dass Gefahren in der Demokratie gerade dort schlummern, wo sie keiner vermutet, im Zentrum der Macht. […]

Verdrängte Verbrechen: 80 Jahre Zweiter Weltkrieg

von Markus Meckel (9/2019)

Am 1. September jährt sich der Beginn des Zweiten Weltkriegs, der deutsche Überfall auf Polen, zum 80. Mal. Doch obwohl fast jede Familie davon betroffen war und Opfer zu beklagen hatte, ist in Deutschland das öffentliche Erinnern an den Zweiten Weltkrieg heute erstaunlich wenig präsent. […]

»Weißt Du, was Wotan will?«

von Martin Kronauer, Michael Schumann und Richard Detje (9/2019)

Gut ein halbes Jahrhundert liegt der Aufbruch der Studentenbewegung zurück. […]

Partei ohne Erzählung: Die Existenzkrise der SPD

von Felix Butzlaff und Robert Pausch (8/2019)

Man kann dieser Tage den Eindruck bekommen, dass die Sozialdemokraten davon überzeugt sind, ihren dramatischen Niedergang strikt formal und bürokratisch aufhalten zu können: Da wird mit Blick auf den wieder einmal neu zu bestimmenden Parteivorsitz voller Eifer über Doppelspitzen und Einzelbewerber diskutiert, über vorgezogene Parteitage und was diese wohl kosten werden, […]

Vom Feind zum Gegner

1989 und die politische Kultur der Runden Tische

von Helmut Fehr (7/2019)

Während sich dieser Tage bereits die großen Jubiläumsdaten des Jahres 1989 ankündigen, werden die für das „annus mirabilis“ in Osteuropa mitentscheidenden Runden Tische allenfalls am Rande erwähnt. […]

Vorbild Stauffenberg?

Der 20. Juli 1944 und die postheroische Gesellschaft

von Klaus Naumann (7/2019)

Im Rahmen der hitzigen Diskussionen über seine soeben erschienene Stauffenberg-Biographie wartete Thomas Karlauf[1] mit einer Pointe auf, die es in sich hat. Der Graf, so Karlauf, gehöre „in die Mitte der Gesellschaft“. […]

Freie Forschung für freie Liebe

Magnus Hirschfeld und das Institut für Sexualwissenschaft

von Henrik Rubner und Kai Gehring (7/2019)

Es war zweifellos Stadtgespräch in der Reichshauptstadt, als Magnus Hirschfeld am 6. Juli 1919 in Berlin das Institut für Sexualwissenschaft eröffnete. Der umtriebige Arzt hatte bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht, trat als gefragter Sachverständiger auf und sorgte immer wieder durch politische Einmischung für Aufsehen. […]

Freiheit heute: Besser statt mehr!

von Jan Kursko (6/2019)

Wer dieser Tage den Lindnerschen „Full-Flavour-Liberalismus“ vernimmt, wünscht sich so manches Mal in das Jahr 1975 zurück, in dem ein großer Liberaler folgende Überlegungen anstellte: „Die neue Freiheit, die wir erhoffen und erstreben können, ist die liberale Antwort auf eine Welt, die sich radikal verändert. […]

Japan: Neuer Kaiser, neue Erinnerungskultur?

von Takuma Melber (5/2019)

Japans Kaiser tut es dem letzten deutschen Papst gleich: Noch vor seinem Ableben tritt er freiwillig von seinem Amt zurück. Akihito ist erst der zweite Regent in der Geschichte Japans, der zu Lebzeiten den Chrysanthementhron für einen Jüngeren räumt: Dankte 1817 Kaiser Kōkaku zugunsten seines 17jährigen Sohnes ab, so besteigt am 1. […]

Die Rückkehr der deutschen Frage

von Robert Kagan (5/2019)

Viele lamentieren darüber, dass Europa und die transatlantischen Beziehungen sich gegenwärtig auf dunklen Pfaden bewegen. Doch wohin die Reise geht, darüber spricht man kaum. […]

Die verunglückte Demokratie

70 Jahre Bundesrepublik, 30 Jahre Deutschland

von Albrecht von Lucke (5/2019)

Als die alte Bonner Republik am 23. Mai 1979 ihren 30. Geburtstag beging – am Tag der Verabschiedung des Grundgesetzes, der allgemein als ihr Gründungstag gilt –, befand sich das Land keineswegs in ruhigem Fahrwasser. […]

Demokratie als Sozialismus

Westdeutschland und die Ideen der ersten Stunde

von Hans-Peter Waldrich (5/2019)

Die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches am 8. Mai 1945 und der nahezu vollkommene gesellschaftliche Zusammenbruch können als die politische Stunde Null der deutschen Geschichte angesehen werden. Nach einer Phase der Neubesinnung, die nur wenige Jahre über das Gründungsdatum der Bundesrepublik Deutschland am 23. […]

Europa im freien Fall

von Achim Engelberg (5/2019)

Soeben hat Ian Kershaw seine weitverzweigte, zweibändige Geschichte unseres Kontinents vollendet. Sie ist für ein breites internationales Publikum geschrieben und umfasst die Zeit vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis ins Jahr 2017. Bis kurz vor der Zielgerade bleibt sie ein Meisterwerk eines liberalen Geistes. […]

Parlamentarismus am Nullpunkt

von Rudolf Walther (4/2019)

Im 100. Jahr des Beginns der Weimarer Republik, dem 70. Jahr des Grundgesetzes und dem 30. des Mauerfalls befindet sich die parlamentarische Demokratie in einer tiefen Krise – und zwar weit über die Bundesrepublik hinaus, die, schaut man auf das europäische oder gar globale Umfeld, noch immer verhältnismäßig gefestigt erscheint. […]

Deutscher Protestantismus: Politische Theologie à la Carl Schmitt?

von Sebastian Wolf (3/2019)

In der Januar-Ausgabe rekonstruierte „Blätter“-Mitherausgeber Micha Brumlik die israelische Staatsgeschichte und übte dabei auch Kritik an Vertretern der evangelischen Kirche. Darauf erwidert der Politikwissenschaftler Sebastian Wolf. […]

Russland: Idealisiertes Gestern, verlorenes Morgen

von Achim Engelberg (2/2019)

Für ihr neues Buch wird die russisch-amerikanische Schriftstellerin Masha Gessen international gefeiert. In den USA gewann sie den National Book Award, auf der kommenden Leipziger Buchmesse erhält sie im März den Preis für europäische Verständigung. In Russland aber ist sie eine Persona non grata – jedenfalls für die offiziellen Institutionen. […]

Israel oder: Die politische Theologie der Wiedergeburt

von Micha Brumlik (1/2019)

Dass der Staat Israel im vergangenen Jahr seinen 70. Geburtstag feiern durfte, ist zunächst als Glücksfall zu betrachten. Die Deklaration des Staates am 14. Mai 1948 – nach jüdischer Zeitzählung am 5. Ijar 5708 – war das Ergebnis und der Endpunkt einer langen, leidvollen Geschichte. Doch die Freude über diesen Festtag war im Land selbst getrübt. […]

Wie viel Blut klebt an der Kunst?

Von der Dekolonisierung der Museen zur Dekolonisierung der Politik

von Klaus Lederer (1/2019)

Nicht schon mit dem Ende des deutschen Kaiserreichs, sondern erst mit dem offiziellen Ende des Ersten Weltkriegs durch den Versailler Vertrag endete auch die deutsche Kolonialherrschaft. […]

Bolsonaros Brasilien: Die Vernichtung der grünen Lunge

von Julia Schweers (12/2018)

Die Wahl des Rechtsextremen Jair Messias Bolsonaro zum neuen Staatspräsidenten Brasiliens rückt Lateinamerika einmal mehr nach rechts – und droht die fünftgrößte Demokratie der Welt ins Wanken zu bringen. Doch die Wirkung dieser Wahl wird sich nicht auf den Subkontinent beschränken. […]

Kein Frieden ohne Gewaltmonopol

Syrien, Chemnitz und die Aktualität des Dreißigjährigen Krieges

von Herfried Münkler (12/2018)

Historische Parallelen und Analogien werden ständig hergestellt. […]

Identität durch Erinnerung

Dankesrede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises 2018

von Aleida Assmann und Jan Assmann (12/2018)

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels war für uns eine überwältigende Überraschung. Seit vielen Jahren verfolgen wir in den Medien die Zeremonie, die so vielen eindrucksvollen Stimmen ein Podium und ein Publikum gegeben hat. Nie hätten wir uns diesen Seitenwechsel vom Publikum aufs Podium träumen lassen. […]

Porträt einer Revolutionärin

von Steffen Vogel (12/2018)

Bis heute ist sie für viele Linke eine Ikone. Und bis heute wird ihr Erbe zuweilen überlagert von den gegensätzlichen Interpretationen der turbulenten Revolutionswochen ab dem 9. November 1918. Rosa Luxemburg, deren Ermordung sich am 15. […]

Südafrika: Der Kampf ums geraubte Land

von Jochen Luckscheiter und Layla Al-Zubaidi (11/2018)

Seit Monaten bestimmt ein einziges Thema die politische Debatte in Südafrika: die Landfrage, also die extrem ungerechte Verteilung des Landbesitzes zwischen Weißen und Schwarzen. Die Regierung des neuen Präsidenten Cyril Ramaphosa (ANC) plant nun eine Verfassungsänderung, um Grundstücke zugunsten schwarzer Bürger entschädigungslos enteignen zu können. […]

Sie wussten, was sie tun

von Benjamin Franta (11/2018)

Eines Tages im Jahr 1961 stolperte ein amerikanischer Ökonom namens Daniel Ellsberg über ein Papier mit apokalyptischen Implikationen. […]

Weimar in Washington: Die Totengräber der Demokratie

von Christopher R. Browning (11/2018)

Immer wieder erreichen mich, einen auf den Holocaust, die Nazi-Diktatur und das Europa der Zwischenkriegszeit spezialisierten Historiker, Fragen nach den Ähnlichkeiten zwischen der heutigen Situation in den USA und der Zwischenkriegszeit sowie dem Aufstieg des Faschismus in Europa. […]

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