Artikel zum Thema Geschichte | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Artikel zum Thema Geschichte

Vom Feind zum Gegner

1989 und die politische Kultur der Runden Tische

von Helmut Fehr (7/2019)

Während sich dieser Tage bereits die großen Jubiläumsdaten des Jahres 1989 ankündigen, werden die für das „annus mirabilis“ in Osteuropa mitentscheidenden Runden Tische allenfalls am Rande erwähnt. […]

Vorbild Stauffenberg?

Der 20. Juli 1944 und die postheroische Gesellschaft

von Klaus Naumann (7/2019)

Im Rahmen der hitzigen Diskussionen über seine soeben erschienene Stauffenberg-Biographie wartete Thomas Karlauf[1] mit einer Pointe auf, die es in sich hat. Der Graf, so Karlauf, gehöre „in die Mitte der Gesellschaft“. […]

Freie Forschung für freie Liebe

Magnus Hirschfeld und das Institut für Sexualwissenschaft

von Henrik Rubner und Kai Gehring (7/2019)

Es war zweifellos Stadtgespräch in der Reichshauptstadt, als Magnus Hirschfeld am 6. Juli 1919 in Berlin das Institut für Sexualwissenschaft eröffnete. Der umtriebige Arzt hatte bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht, trat als gefragter Sachverständiger auf und sorgte immer wieder durch politische Einmischung für Aufsehen. […]

Freiheit heute: Besser statt mehr!

von Jan Kursko (6/2019)

Wer dieser Tage den Lindnerschen „Full-Flavour-Liberalismus“ vernimmt, wünscht sich so manches Mal in das Jahr 1975 zurück, in dem ein großer Liberaler folgende Überlegungen anstellte: „Die neue Freiheit, die wir erhoffen und erstreben können, ist die liberale Antwort auf eine Welt, die sich radikal verändert. […]

Japan: Neuer Kaiser, neue Erinnerungskultur?

von Takuma Melber (5/2019)

Japans Kaiser tut es dem letzten deutschen Papst gleich: Noch vor seinem Ableben tritt er freiwillig von seinem Amt zurück. Akihito ist erst der zweite Regent in der Geschichte Japans, der zu Lebzeiten den Chrysanthementhron für einen Jüngeren räumt: Dankte 1817 Kaiser Kōkaku zugunsten seines 17jährigen Sohnes ab, so besteigt am 1. […]

Die Rückkehr der deutschen Frage

von Robert Kagan (5/2019)

Viele lamentieren darüber, dass Europa und die transatlantischen Beziehungen sich gegenwärtig auf dunklen Pfaden bewegen. Doch wohin die Reise geht, darüber spricht man kaum. […]

Die verunglückte Demokratie

70 Jahre Bundesrepublik, 30 Jahre Deutschland

von Albrecht von Lucke (5/2019)

Als die alte Bonner Republik am 23. Mai 1979 ihren 30. Geburtstag beging – am Tag der Verabschiedung des Grundgesetzes, der allgemein als ihr Gründungstag gilt –, befand sich das Land keineswegs in ruhigem Fahrwasser. […]

Demokratie als Sozialismus

Westdeutschland und die Ideen der ersten Stunde

von Hans-Peter Waldrich (5/2019)

Die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches am 8. Mai 1945 und der nahezu vollkommene gesellschaftliche Zusammenbruch können als die politische Stunde Null der deutschen Geschichte angesehen werden. Nach einer Phase der Neubesinnung, die nur wenige Jahre über das Gründungsdatum der Bundesrepublik Deutschland am 23. […]

Europa im freien Fall

von Achim Engelberg (5/2019)

Soeben hat Ian Kershaw seine weitverzweigte, zweibändige Geschichte unseres Kontinents vollendet. Sie ist für ein breites internationales Publikum geschrieben und umfasst die Zeit vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis ins Jahr 2017. Bis kurz vor der Zielgerade bleibt sie ein Meisterwerk eines liberalen Geistes. […]

Parlamentarismus am Nullpunkt

von Rudolf Walther (4/2019)

Im 100. Jahr des Beginns der Weimarer Republik, dem 70. Jahr des Grundgesetzes und dem 30. des Mauerfalls befindet sich die parlamentarische Demokratie in einer tiefen Krise – und zwar weit über die Bundesrepublik hinaus, die, schaut man auf das europäische oder gar globale Umfeld, noch immer verhältnismäßig gefestigt erscheint. […]

Deutscher Protestantismus: Politische Theologie à la Carl Schmitt?

von Sebastian Wolf (3/2019)

In der Januar-Ausgabe rekonstruierte „Blätter“-Mitherausgeber Micha Brumlik die israelische Staatsgeschichte und übte dabei auch Kritik an Vertretern der evangelischen Kirche. Darauf erwidert der Politikwissenschaftler Sebastian Wolf. […]

Russland: Idealisiertes Gestern, verlorenes Morgen

von Achim Engelberg (2/2019)

Für ihr neues Buch wird die russisch-amerikanische Schriftstellerin Masha Gessen international gefeiert. In den USA gewann sie den National Book Award, auf der kommenden Leipziger Buchmesse erhält sie im März den Preis für europäische Verständigung. In Russland aber ist sie eine Persona non grata – jedenfalls für die offiziellen Institutionen. […]

Israel oder: Die politische Theologie der Wiedergeburt

von Micha Brumlik (1/2019)

Dass der Staat Israel im vergangenen Jahr seinen 70. Geburtstag feiern durfte, ist zunächst als Glücksfall zu betrachten. Die Deklaration des Staates am 14. Mai 1948 – nach jüdischer Zeitzählung am 5. Ijar 5708 – war das Ergebnis und der Endpunkt einer langen, leidvollen Geschichte. Doch die Freude über diesen Festtag war im Land selbst getrübt. […]

Wie viel Blut klebt an der Kunst?

Von der Dekolonisierung der Museen zur Dekolonisierung der Politik

von Klaus Lederer (1/2019)

Nicht schon mit dem Ende des deutschen Kaiserreichs, sondern erst mit dem offiziellen Ende des Ersten Weltkriegs durch den Versailler Vertrag endete auch die deutsche Kolonialherrschaft. […]

Bolsonaros Brasilien: Die Vernichtung der grünen Lunge

von Julia Schweers (12/2018)

Die Wahl des Rechtsextremen Jair Messias Bolsonaro zum neuen Staatspräsidenten Brasiliens rückt Lateinamerika einmal mehr nach rechts – und droht die fünftgrößte Demokratie der Welt ins Wanken zu bringen. Doch die Wirkung dieser Wahl wird sich nicht auf den Subkontinent beschränken. […]

Kein Frieden ohne Gewaltmonopol

Syrien, Chemnitz und die Aktualität des Dreißigjährigen Krieges

von Herfried Münkler (12/2018)

Historische Parallelen und Analogien werden ständig hergestellt. […]

Identität durch Erinnerung

Dankesrede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises 2018

von Aleida Assmann und Jan Assmann (12/2018)

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels war für uns eine überwältigende Überraschung. Seit vielen Jahren verfolgen wir in den Medien die Zeremonie, die so vielen eindrucksvollen Stimmen ein Podium und ein Publikum gegeben hat. Nie hätten wir uns diesen Seitenwechsel vom Publikum aufs Podium träumen lassen. […]

Porträt einer Revolutionärin

von Steffen Vogel (12/2018)

Bis heute ist sie für viele Linke eine Ikone. Und bis heute wird ihr Erbe zuweilen überlagert von den gegensätzlichen Interpretationen der turbulenten Revolutionswochen ab dem 9. November 1918. Rosa Luxemburg, deren Ermordung sich am 15. […]

Südafrika: Der Kampf ums geraubte Land

von Jochen Luckscheiter und Layla Al-Zubaidi (11/2018)

Seit Monaten bestimmt ein einziges Thema die politische Debatte in Südafrika: die Landfrage, also die extrem ungerechte Verteilung des Landbesitzes zwischen Weißen und Schwarzen. Die Regierung des neuen Präsidenten Cyril Ramaphosa (ANC) plant nun eine Verfassungsänderung, um Grundstücke zugunsten schwarzer Bürger entschädigungslos enteignen zu können. […]

Sie wussten, was sie tun

von Benjamin Franta (11/2018)

Eines Tages im Jahr 1961 stolperte ein amerikanischer Ökonom namens Daniel Ellsberg über ein Papier mit apokalyptischen Implikationen. […]

Weimar in Washington: Die Totengräber der Demokratie

von Christopher R. Browning (11/2018)

Immer wieder erreichen mich, einen auf den Holocaust, die Nazi-Diktatur und das Europa der Zwischenkriegszeit spezialisierten Historiker, Fragen nach den Ähnlichkeiten zwischen der heutigen Situation in den USA und der Zwischenkriegszeit sowie dem Aufstieg des Faschismus in Europa. […]

Liberal sein oder nicht sein: Die Existenzkrise der Republik

von Jens Hacke (11/2018)

Bald 30 Jahre nach der globalen Zäsur von 1989 und hundert Jahre nach Beginn der Weimarer Republik befindet sich die liberale Demokratie global wie national in einer tiefen Krise. Spätestens seit der Wahl Donald Trumps hat sich auch die Zeitdiagnostik dramatisch eingetrübt. […]

Der Todesmarsch als Gemeinschaftsverbrechen

von Barbara Distel (11/2018)

Die Erinnerung an die Reichspogromnacht, die sich an diesem 9. November zum 80. Mal jährt und die den Beginn der systematischen Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten markiert, ist fest in der bundesrepublikanischen Gedenkkultur verankert. […]

Die Ausbeutung der Vergangenheit

von Carsten Flaig (10/2018)

Köstlicher Wein und Käse, ein Sinn für Mode und gute Kunst – diese Klischees werden mit Frankreich verbunden. Im Sommer lautet auch für viele Deutsche die Losung: Weg von der Schwere und Ernsthaftigkeit des Arbeitsalltags und schnell über den Rhein, wo man die joie de vivre noch nicht verloren hat. […]

Der Kampf um die Weltmacht

von Achim Engelberg (9/2018)

Am 11. September wird er 80 Jahre alt, der scharfsinnige Perry Anderson. Wer die Eigenart dieses britischen Historikers näher begreifen will, sollte sein Werk mit dem von Eric Hobsbawm (1917-2012) vergleichen. Im Zentrum von Hobsbawms vielgestaltigem Oeuvre steht eine epische, vierbändige Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. […]

Das Recht der Mächtigen

Die kolonialen Wurzeln des Völkerrechts

von Karina Theurer und Wolfgang Kaleck (8/2018)

Der Kolonialismus ist für viele nur noch Geschichte, ein abgeschlossenes Kapitel der Vergangenheit. […]

Das mörderische Jahr

von Norbert Mappes-Niediek (8/2018)

Slavko Goldstein ist 13 Jahre alt, als sein Vater aus seiner Buchhandlung im kroatischen Städtchen Karlovac abgeholt und in ein Lager gesteckt wird, wo er gemeinsam mit allen anderen Häftlingen umkommt. Das Jahr des Geschehens, 1941, gibt dem Sohn eine unabänderliche Prägung für seinen Lebensweg. […]

Bluthandwerk vom Schreibtisch

von Rudolf Walther (7/2018)

Ob die Zeit des Nationalsozialismus samt Weltkrieg und Holocaust als „Vogelschiss“ (Gauland) bezeichnet wird, wieder von einer „konservativen Revolution“ (Dobrindt) die Rede ist oder auch von „Asyltourismus“ und „Asylgehalt“ (Söder): Offensichtlich erleben wir gegenwärtig eine massive semantische Radikalisierung und verbale Aufrüstu […]

Dem Kollegen, Freund und Lehrer

»Es gibt Alternativen« Zum Tode von Elmar Altvater

von Bodo Zeuner (6/2018)

Am 1. Mai, vier Tage vor dem 200. Geburtstag von Karl Marx, starb nach schwerer Krankheit der bedeutende Marxist Elmar Altvater. Auf ihn traf das doch so abgenutzte Wort des Vordenkers tatsächlich zu; vor allem mit seiner Verbindung von ökonomischem und ökologischem Denken hat er Generationen von Studierenden politisiert. […]

Ein Sozialist im besten Sinne des Wortes

»Es gibt Alternativen« Zum Tode von Elmar Altvater

von Raul Zelik (6/2018)

Am 1. Mai, vier Tage vor dem 200. Geburtstag von Karl Marx, starb nach schwerer Krankheit der bedeutende Marxist Elmar Altvater. Auf ihn traf das doch so abgenutzte Wort des Vordenkers tatsächlich zu; vor allem mit seiner Verbindung von ökonomischem und ökologischem Denken hat er Generationen von Studierenden politisiert. […]

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