»Die Nationalsozialisten verschleppten 23 000 Sinti und Roma aus elf Ländern Europas nach Auschwitz« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»Die Nationalsozialisten verschleppten 23 000 Sinti und Roma aus elf Ländern Europas nach Auschwitz«

Pressemitteilung des Zentralrats deutscher Sinti und Roma, 2.8.2019

Der Zentralrat und das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma werden auch in diesem Jahr unter der Leitung von Romani Rose mit einer Delegation von 50 Personen, darunter Holocaustüberlebende und deren Begleitpersonen, an dem Internationalen Sinti und Roma-Gedenktag am 2. August in Auschwitz teilnehmen. Der Gedenktag am 2. August wird vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Kooperation mit dem Verband der Roma in Polen und dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau vorbereitet. Neben den Überlebenden nehmen zahlreiche Vorstände der Landes- und Mitgliedsverbände des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma an dem Gedenkakt teil.

Der US-amerikanische Bürgerrechtler und Baptistenpastor Jesse L. Jackson Sr. und der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma Romani Rose werden am 2. August gemeinsam in Auschwitz-Birkenau dazu aufrufen, sich konsequent für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie einzusetzen und jede Form von Rassismus, Antiziganismus und Antisemitismus weltweit zu verurteilen. Für die Überlebenden des Holocaust sprechen die Auschwitz-Überlebenden Else Baker und Éva Fahidi-Pusztai.Die Nationalsozialisten verschleppten von März 1943 bis Juli 1944 23.000 Sinti und Roma aus elf Ländern Europas nach Auschwitz. Nahezu alle fanden dort den Tod. Am 2. August 1944 wurden die im Lagerabschnitt B II e des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau verbliebenen 4.200-4.300 Sinti und Roma auf Befehl des Reichssicherheitshauptamtes ermordet. Ein vorangegangener Versuch, 6.000 Sinti und Roma in die Gaskammern zu bringen, scheiterte am 16. Mai 1944 an dem Widerstand der Häftlinge. In den darauf folgenden Wochen wurden 3.000 der an dem Aufstand beteiligten Häftlinge bei Selektionen von den SS-Ärzten als „noch arbeitsfähig“ eingestuft und zur Sklavenarbeit in andere Konzentrationslager im Reichsgebiet verschleppt, nach Buchenwald, Mauthausen, Ravensbrück, Sachsenhausen und Dachau.

Den vollständigen Veranstaltungstext lesen Sie hier

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