Dokumente zum Zeitgeschehen

Dokumente zum Zeitgeschehen

»Wir fordern die nachhaltige und langfristige Finanzierung des queeren Jugendnetzwerks Lambda und die institutionelle und rechtliche Unterstützung queerer Selbstorganisation«

Wissenschaftliche Stellungnahme, 28.9.2926

Das Jugendalter geht mit vielfachen Veränderungen einher – soziale Anforderungen und Institutionen des Alltags ändern sich, Identitäten werden erprobt, ein Verhältnis zum eigenen Körper entwickelt und Beziehungsstrukturen umgestaltet. Für queere junge Menscheni treten weitere Fragen dazu: Mit wem kann ich über mein Erleben sprechen? Wie kann ich herausfinden, wer ich bin? Wo kann ich mich zeigen, ohne Ablehnung oder Abwertung befürchten zu müssen (Brück 2023)?

»Die Sonne hat in diesem Jahr schon mehr Strom geliefert als im gesamten vergangenen Jahr – und das bereits im September«

Mitteilung des Bundesverbands Solarwirtschaft, 28.9.2026

Deutschland hat einen neuen Solarrekord erreicht: Bereits am vergangenen Sonntag wurden im laufenden Jahr 90,2 Terawattstunden Solarstrom erzeugt – und damit mehr als im gesamten Jahr 2025 (90,0 TWh). Das zeigen aktuelle Daten der Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) erklärt den 27. September deshalb zum diesjährigen „Solar Day“.

»Vergesellschaftung kann als ergänzendes Element sinnvoll sein, um das Bezahlbarkeitsproblem von Mieten zu vermindern«

Studie der Hans-Böckler-Stiftung, 25.9.2026

Die Wohnungsfrage ist zu einem der zentralen politischen und sozialen Themen geworden – nicht nur in Berlin. Insbesondere Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen befürchten, die steigenden Mieten künftig nicht mehr bezahlen zu können. Wohnungen in den begehrten Stadtteilen können sich oft nur noch Besserverdienende leisten. Dies führt zu einer sozialen Spaltung innerhalb der Stadt. Um den Mangel zu lindern und bezahlbare Mieten zu gewährleisten, müssen zusätzliche Wohnungen errichtet werden.

»Es reicht nicht, die Breite der Gesellschaft nur zu beschwören. Sie muss in der Partei, in ihren Debatten und in ihren Parlamenten wieder erkennbar sein«

Beschluss des CDA-Bundesvorstands, 25.9.2026

Kandidaturen breiter aufstellen: Bundespartei, Landesverbände und Kreisverbände setzen sich überprüfbare Ziele für die berufliche, soziale, regionale, und generationelle Breite ihrer Kandidaturen. Das gilt auch mit Blick aufs Geschlecht. Auswahlgremien und Nachwuchsprogramme müssen diese Breite selbst abbilden.

»Große Publikumsmedien und (wichtige) Teile unserer eigenen jüdischen Gemeinschaft entziehen sich ihrer Verantwortung, wenn sie weiterhin so tun, als würde die Linke die größte Gefahr für jüdische Sicherheit darstellen«

Offener Brief Berliner Jüdinnen und Juden, 21.9.2026

Wir sind Berliner Jüdinnen und Juden und kommen aus unterschiedlichen Milieus; wir beten in unterschiedlichen Synagogen oder gar nicht; wir wählen unterschiedliche Parteien – und wir schreiben diesen Brief, weil wir in den vergangenen Wochen immer wieder dieselbe Behauptung gehört haben: Die Linke sei gefährlich für Juden, eine Koalition unter ihrer Beteiligung ein Sicherheitsrisiko für unsere Gemeinden. Wir widersprechen dieser Darstellung – nicht, weil wir die Sorgen kleinreden, sondern weil wir sie ernster nehmen, als es plakative Warnungen tun.

»Sachsen-Anhalt droht zum Experimentierfeld für den autoritären Umbau unserer Gesellschaft zu werden«

Papier von Miteinander e.V., 16.9.2026

Eine mögliche rechtsextreme Regierungsübernahme bedroht nicht nur demokratische Institutionen und Prinzipien, sondern auch ganz konkret Menschen mit Migrationshintergrund, Engagierte vor Ort, darunter häufig Jugendliche; Kulturschaffende sowie die demokratische Zivilgesellschaft. Organisationen, die sich gegen Rechtsextremismus und für Demokratie einsetzen, müssen mit gezielten Angriffen, dem Entzug öffentlicher Mittel, Einschüchterung und dem Versuch ihrer Marginalisierung rechnen.

»Durch Haushaltskürzungen ist ein drastischer Rückgang der Mittel für Geschlechtergerechtigkeit zu erwarten«

Bericht von Oxfam, 14.9.2026

Trotz des fortbestehenden Bekenntnisses des BMZ zur feministischen Entwicklungspolitik verliert Geschlechtergerechtigkeit in den politischen Strategien und institutionellen Strukturen an Sichtbarkeit und damit an politischem Gewicht. Der aktuelle Reformplan nimmt zwar auf die körperliche Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen Bezug, konkretisiert diesen Anspruch jedoch nicht. Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR), Schwangerschaftsabbrüche sowie Menstruationsgesundheit und Menstruationshygiene werden nicht ausdrücklich genannt.

»Die Berliner Linke hat sich aus unserer Sicht zu einer Gefahr für jüdisches Leben und für die Demokratie entwickelt.«

Offener Brief der »Werteinitiative«, 14.9.2026

Die Berliner Linke musste erst kürzlich antisemitische und stalinistische Äußerungen aus ihrem Jugendverband selbst als „beschämend“ verurteilen. Am 29. August trat dann bei einer Wahlkampfveranstaltung von Die Linke Neukölln Dahabflex auf – ein Rapper, der durch Sowjetromantisierung sowie positive Referenzen auf die PFLP und Leyla Khaled aufgefallen war. Auf der Bühne sang er unter anderem „Yalla Yalla Intifada“ und „Death to the IDF“. Parteifunktionäre griffen nicht ein. Erst im Nachhinein folgte eine Distanzierung auf Landesebene.

»August 2026 war gemeinsam mit Juli 2023 der wärmste jemals aufgezeichnete Monat.«

Klimabericht von Copernicus, 10.9.2026 (engl. Original)

August 2026 was the joint warmest month ever recorded, tied with July 2023. Last month also saw the average sea surface temperature (SST) over the extra-polar ocean reach a record high, due to global heating from burning fossil fuels and rapidly increasing SSTs in the equatorial Pacific associated with strong El Niño conditions – as reported by the Copernicus Climate Change Service (C3S), implemented by the European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF).

»Gute Bildungspolitik und kluge Ausgabenentscheidungen sind ausschlaggebende Prädiktoren für die PISA-Leistungen«

PISA-Studie 2025, 8.9.2026

In Naturwissenschaften, dem Schwerpunktbereich von PISA 2025, haben sich die Leistungen in den letzten zehn Jahren als vergleichsweise stabil erwiesen. In diesem Bereich gingen die Durchschnittsergebnisse im OECD-Raum zwischen 2015 und 2025 leicht zurück, während sie in den Nicht-OECD-Teilnehmerländern im selben Zeitraum weitgehend unverändert blieben.

»Gemeinsam sind wir entschlossen: Die Zwei-Staaten-Lösung muss gewahrt werden, und wir werden Maßnahmen ergreifen, um einen gerechten und dauerhaften Frieden zu erreichen.«

Gemeinsame Erklärung der Außenminister, 8.9.2026 (engl. Original)

  1. The Government of Israel’s actions in the West Bank are undermining the possibility of a two-State solution. The situation is rapidly deteriorating amid unprecedented levels of settler violence and settlement expansion, including the unacceptable decision to publish tenders for the E1 settlement project. UK Prime Minister Andy Burnham, the President of France Emmanuel Macron and Prime Minister of Canada Mark Carney have agreed on the need to take action to prevent further damage.

»Es besteht begründeter Anlass zu der Annahme, dass die Vereinigten Staaten in Iran Kriegsverbrechen begangen haben«

Bericht einer UN-Untersuchungskommission, 7.9.2026 (engl. Original)

In a report released Monday, the mission concluded that killings by security forces “occurred on a massive scale in all provinces” of Iran, during the Government's “violent crackdown” on mass protests that stretched from last year into this year. 

The mission also reported that at least 221 children – some as young as two years old – were killed and that security forces attacked health care facilities, “beating and arresting wounded protesters and arresting some health care workers, discouraging victims from seeking life-saving care.”

»Die Bewältigung der wasserbezogenen Folgen des Klimawandels ist eine gemeinsame Aufgabe aller staatlichen Ebenen und gesellschaftlichen Akteure«

Abschlussbericht der Enquetekommission zum Thema »Wasser in Zeiten der Klimakrise«, 7.9.2026

Vorindustriell (1850-1900) lag die CO2-Konzentration bei ca. 280 ppm. Ein derartiges Niveau wurde in den vergangenen 800.000 Jahren nie überschritten. Zwischen 2011 und 2020 lag allein die durchschnittliche CO₂-Konzentration bei etwa 410 ppm. In diesem Zeitraum stieg die globale Durchschnittstemperatur um 1,1 °C im Vergleich zur vorindustriellen Ära. Im Jahr 2023 erreichte die CO₂-Konzentration rund 424 ppm – ein Wert, der zuletzt vor etwa 3,3 Millionen Jahren übertroffen wurde.

»Ob in Halberstadt, Stendal, Dessau, Köthen oder Merseburg: Eure Arbeit für ein Miteinander ohne Hass und Gewalt machen den Unterschied«

Pressemitteilung von Polylux e.V., 6.9.2026

die Landtagswahl in eurem Bundesland hat im Stimmenanteil eine extrem
rechte, den Faschismus verherrlichende Partei gewonnen. Weil sie von vielen
Menschen gewählt wurde, weil sie Dinge verspricht, die sie nicht einhalten wird,
weil sie mit Lügen und Hass ein gesellschaftliches Klima der Spaltung erzeugt,
Ängste und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gleichermaßen bedient.
Weil sie scheinbar einfache „Lösungen“ für komplexe Krisen und Probleme prä-
sentiert, weil autoritäre Macht und Gewalt ihr Mittel zum Zweck und Ziel zugleich

»Die weltweiten Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen waren nicht schnell genug, um die globale Erderwärmung von 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu verhindern«

UN-Bericht zur Einhaltung des Pariser Abkommens, 2.9.2026 (engl. Original)

Human-induced global warming is nearing 1.4°C above pre-industrial levels, and observed global temperatures have been increasing at about 0.25°C per decade (Forster et al. 2026), with some recent studies showing an even higher rate (Foster and Rahmstorf 2026). Extrapolating current trends, global warming may reach 1.5°C around the end of this decade.

»Unsere Modelle sind inzwischen so leistungsfähig, ausdauernd und kollaborativ, dass sie ohne ausreichende Schutzmaßnahmen Sicherheitslücken über mehrere Computersysteme hinweg finden und ausnutzen können«

Vorfallsbericht von OpenAI, 26.8.2026

In der Mehrheit der Trainings- und Evaluierungsszenarien sollen unsere Agenten voneinander isoliert bleiben. Für einen bestimmten Anteil der Stichproben aktivieren wir „Multi-Agenten“-Funktionen, die es Modellen ermöglichen, Arbeit an andere Agenten zu delegieren, die dann asynchron miteinander kommunizieren können.

»Ein einzelner Tag mit einer Tageshöchsttemperatur ab 30°C verursacht direkte betriebswirtschaftliche Kosten von rund 431 Mio. Euro«

Studie von Greenpeace, 24.8.2026

Der Extremsommer 2026 hat in Deutschland gesamt-wirtschaftliche Schäden von rund 36 bis 42 Milliarden Euro verursacht. Das entspricht etwa 0,8 bis 0,9 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Die vorliegende Analyse beziffert systematisch die ökonomischen Folgen der frühen, langen und von anhaltender Dürre begleiteten Hitzeperioden dieses Jahres — von den gesundheitsökonomischen Kosten der rund 14 000 hitzebedingten Sterbefälle bis zu den Produktionsausfällen infolge des Rekordniedrigwassers am Rhein. 

»›Shrinking Spaces‹ und die zunehmende Überwachung – nicht nur online – schüren ein feindseliges Klima gegenüber Menschenrechtsaktivisten«

Bericht des UN-Menschenrechtsrates, 20.8.2026 (engl. Original)

People around the world continue to pay a steep price for cooperating with the United Nations on human rights, facing persistent intimidation and reprisals amid disturbing trends in transnational repression and digital surveillance targeting civil society actors, a UN report published today finds. The report urges States to refrain from any acts of intimidation and reprisals, ensure accountability for violations and abuses, and protect those who engage with the UN.

»Stellen wir uns unserer Geschichte, um Orientierung für die Gegenwart zu schaffen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen«

»Bauhaus-Manifest«, 20.8.2026

Kulturelle Institutionen tragen zum öffentlichen Diskurs bei und können ein wichtiges kritisches Korrektiv sein. Die Autonomie künstlerischer Leistungen und Institutionen gehört zu den Grundbedingungen einer lebendigen Demokratie. Stärken wir daher Theater, Museen, Bibliotheken, Konzerthäuser und andere Kulturorte als Räume des Perspektivwechsels, des Widerspruchs und des demokratischen Dialogs. Sichern wir ihre Eigenständigkeit und Unabhängigkeit gegenüber parteipolitischen Interessen und Einflussnahmen.

»Die Entscheidung der israelischen Regierung, das E1-Siedlungsprojekt voranzutreiben, ist inakzeptabel«

Gemeinsame Erklärung Deutschlands und anderer Länder, 20.8.2026 (engl. Original)

The Israeli Government’s decision to publish construction tenders for the E1 settlement project is unacceptable. The international community has long opposed this settlement expansion, and has voiced their grave concerns privately and publicly. The E1 settlement will undermine the prospect of the two-state solution by driving a wedge through the West Bank and harming the territorial contiguity of the Palestinian Territories.

»Der weltweite Absatz von elektrischen LKW und Bussen hat sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt«

Studie vom ICCT, 19.8.2026 (engl. Original)

The composition of ZE sales varied sharply by country in 2025. China’s 457,300 ZE-MHDV sales were dominated by heavy- and medium-duty trucks, with buses contributing just 11% of sales. In the United States, medium-duty trucks accounted for over 90% of ZE-MHDV sales, while buses and heavy-duty trucks each represented about 3–4%. Excluding both China and the United States, the ZE-MHDV market in India and Brazil remained predominantly driven by buses and coaches, which accounted for over half of sales across these regions, while sales of ZE medium- and heavy-duty trucks remained minimal.

»Wir schließen heute unsere Türen, damit sich morgen nicht die Türen zu einer freien und demokratischen Gesellschaft schließen«

Aufruf zum »Migra-Streik« in Sachsen-Anhalt, 17.8.2026

Am Mittwoch, den 26. August 2026, wollen migrantische Gewerbetreibende in Magdeburg mit einer gemeinsamen Aktion ein sichtbares Zeichen gegen Rassismus, Ausgrenzung und für eine demokratische Gesellschaft setzen.

Im Rahmen des Migra-Streiks schließen teilnehmende Gewerbetreibende und Geschäftsinhaber*innen ihre Betriebe freiwillig von 10:00 bis 15:00 Uhr.

»Wir brauchen eine Bundesregierung, die aus ihrem fossilen Traum aufwacht«

Forderungen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, 14.8.2026

Die anhaltende Trockenheit setzt landwirtschaftliche Betriebe in weiten Teilen Deutschlands massiv unter Druck. Besonders betroffen sind der Süden, insbesondere der Südwesten. Sommergetreide und Raps fallen im Mittel um 20 Prozent, vereinzelt sogar bis zu 40 Prozent schlechter aus. In manchen Regionen vertrocknet selbst bereits der Mais. Kartoffeln sind ohne Beregnung teils massiv betroffen. Auch für viehhaltende Betriebe wird die Lage kritisch: Weiden werden zur Steppe, Winterfutter wird bereits verfüttert und Raufutter muss teuer zugekauft werden.